„Das Pendel kann jederzeit wieder umschlagen...“

Nach einem holprigen Saisonstart hat sich der Offenburger FV mit zuletzt sechs Siegen in Serie auf Platz zwei in der Verbandsliga Südbaden katapultiert. Großen Anteil daran hat Kapitän Marco Petereit mit bereits sieben Treffern…

Dass sich das Blatt im Sport binnen kürzester Zeit komplett wenden kann, hat der Offenburger FV in den letzten sechs Wochen eindrucksvoll bewiesen. Am 22. September, nach dem 0:2 beim FV Lörrach Brombach, dem fünften sieglosen Spiel in Folge, herrschte noch ordentlich Tristesse beim „Traditionsverein von der Badstraße“. Sechs Partien später hat die Mannschaft von Trainer Florian Kneuker sechs Siege in Folge eingefahren und nach dem jüngsten 3:0-Heimsieg gegen Aufsteiger SV Weil a. Rhein den Sprung von Tabellenplatz elf der Verbandsliga Südbaden auf Rang zwei geschafft.

„Manchmal kann man bestimmte Situationen im Sport nicht erklären“, weiß Kapitän Marco Petereit selbst nicht so genau, warum es für seine Mannschaft nach dem holprigen Saisonstart nun wieder so rund läuft: „Vieles ist auch Kopfsache, Fakt ist aber auch, dass wir in den ersten Spielen viele Verletzte hatten.“ Nicht nur Petereit selbst, der nach einem Muskelfaserriss in der Wade auch noch von einem Nasenbeinbruch ausgebremst wurde, sondern auch weitere Routiniers wie Fabian Herrmann, Samuel Geiler oder Marco Junker fehlten dem OFV über Wochen. „Wenn die Erfahrenen verletzt oder nicht in Topform sind, stimmt die Mischung zwischen als und jung in unserem Team einfach nicht. Die Ausfälle von sechs Stammkräften zu kompensieren, war schwer“, gibt der Servicegruppen-Leiter bei der Wohnbau Offenburg GmbH zu.

Am Samstag gegen Weil war der Kapitän wieder bestens aufgelegt und hatte mit seinen beiden Treffern maßgeblichen Anteil am 3:0-Erfolg. „Es ist zwar nicht alles rund gelaufen, doch ich hatte auf dem Platz nie das Gefühl, dass dieses Spiel kippen könnte“, sprach Petereit gerade den jungen Innenverteidigern Simon Leopold und Max Distelzweig ein Sonderlob aus: „Sie haben Weils Toptorjäger Ridje Sprich abgemeldet.“ Dass Petereit bei erst neun Einsätzen, darunter die ein oder andere Einwechslung, bereits schon wieder sieben Treffer auf dem eigenen Konto hat, führt der 30-jährige Linksfuß auch auf seine körperliche Verfassung zurück: „Es macht momentan einfach mega Spaß. Es tut gut zu spüren, dass man wieder topfit ist.“ Mit dem Heimsieg gegen Weil ist der Offenburger FV – auch dank der Patzer des Kehler FV in Pfullendorf und des FV Lörrach-Brombach gegen Bühlertal – als Tabellenzweiter mit nur einem Punkt Rückstand zur Spitze wieder mittendrin im Titelrennen. „Es gibt diese Saison in der Verbandsliga keine Übermannschaft wie Rielasingen oder den Freiburger FC in den vergangenen Jahren. Das Rennen um die Meisterschaft wird bis zum Schluss spannend bleiben“, glaubt Petereit, der in den Mannschaften aus Lörrach-Brombach, Kehl sowie Pfullendorf die größten Konkurrenten sieht.

Fünf Spiele stehen bis zur Winterpause noch aus, nach dem Gastspiel in Endingen am kommenden Samstag stehen noch die Duelle mit Mörsch und Kuppenheim sowie die Rückspiele gegen Bühlertal und Radolfzell an. „Es klingt abgedroschen, aber wir denken von Spiel zu Spiel. Das Pendel kann jederzeit wieder umschlagen“, warnt Petereit.

(Quelle: Mittelbadische Presse, Bild: I. Rothe)