Herausforderung muß warten

Der Ball ruht im südbadischen Ligabetrieb. Wann die Saison 2020/21 beginnt, steht in den Sternen. Somit bleibt unklar, wann Benjamin Pfahler seine Arbeit als OFV-Trainer aufnimmt – seine Marschroute steht aber schon fest…

Wann der Ball im südbadischen Amateurfußball wieder rollen darf – ist derzeit weiterhin völlig offen. Ebenso, wann der neue Coach Benjamin Pfahler erstmals beim Verbandsligisten Offenburger FV an der Seitenlinie stehen darf. Zeit, sich auf die neue Herausforderung einzustellen, hat der ehrgeizige Trainer nun genug. Bei seiner dritten Station als Chefcoach will er nicht alles umkrempeln, sondern vielmehr die gute Arbeit seines Vorgängers Florian Kneuker fortsetzen – und punktuell eigene Akzente setzen.

Nach schwachem Saisonstart und nur einem Dreier aus den ersten sechs Partien bejubelte der Offenburger FV zehn Siege in Folge − der Weg in die Oberliga Baden-Württemberg schien geebnet. Doch nach einer Niederlage (1:3 gegen den FC 03 Radolfzell) zum Jahresabschluss 2019 und einem 1:3 beim Kehler FV zum Start ins Jahr 2020 rutschte der OFV von der Tabellenspitze auf den zweiten Rang ab. Der Rest ist bekannt: Die Saison 2019/20 wurde just zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Corona-Krise unterbrochen, über einen Abbruch wird ein außerordentlicher Verbandstag am 20. Juni entscheiden – und die Hoffnungen der Offenburger auf eine Rückkehr in die Oberliga Baden-Württemberg, in welcher der Verein zuletzt in der Spielzeit 2016/17 aktiv war, sind so auf ein Minimum geschrumpft. Lediglich der sportliche Verzicht des Konkurrenten und Verbandsligaspitzenreiters FV Lörrach-Brombach, der noch nicht final über seine Aufstiegsoption entschieden hat, würde vermutlich den Gang in die nächsthöhere Liga ermöglichen.

[Anm. d. Red – Im Falle eines Verzichts des FV Lörrach-Brombach wird der Offenburger FV sein eventuelles Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen.]

"Für den Verein ist ein Verbleib in der Verbandsliga kein Beinbruch", sagt Benjamin Pfahler. Der 35-Jährige übernimmt das Zepter auf der Trainerbank beim OFV und wird Nachfolger von Florian Kneuker, der den Verein auf eigenen Wunsch verlässt. Vielmehr als die Ligazugehörigkeit war für den langjährigen Spieler des Bahlinger SC und ehemaligen Trainer des FC Waldkirch und SV Endingen frei nach Konfuzius der Weg des Vereins entscheidend, um sich dem OFV anzuschließen. "Ausschlaggebend und imponierend war für mich, dass im Team offensichtlich ein hoher Grad an Identifikation mit dem Verein herrscht. Das Jugendkonzept hinterlässt zudem einen starken Eindruck", begründet Pfahler seinen Clubwechsel.

Wie und wann der hauptberufliche Lehrer so richtig beim Verbandsligisten loslegen kann, steht noch nicht fest. "Die Mannschaft pausiert aktuell. Einen Starttermin für die Vorbereitung gibt es nicht", so Pfahler. "Fünf, sechs Wochen vor Rundenbeginn" würde er schon gerne einsteigen. Doch wann der Startschuss fällt, bleibt offen. So heißt es für den Fußballlehrer weiter abzuwarten. "Wir hatten für Mitte Juli ein Trainingslager in Düsseldorf mit einem Testspiel gegen die Amateure der Fortuna geplant. Ob dies stattfindet, ist fraglich", sagt Pfahler.

Die eigene Kaderplanung ist derweil so gut wie abgeschlossen. Jonas Pies kommt wie Pfahler vom SV Endingen und sollte wie Heimkehrer Dennis Kopf (SV Linx) eine sofortige Verstärkung darstellen. Aus der eigenen U19 stoßen Johannes Vögele, Dario Drescher, Tizian Möschle, Eric Wollny, Elias Esslinger und Serkan Cetinkaya zum Team. "Da Jonas Pies, Dennis Kopf und auch ein dritter Zugang, den wir in den kommenden Tagen bekannt geben, bereits beim OFV aktiv waren, ist ihnen das Ausbildungskonzept des Vereins bekannt", so Pfahler. Gerne hätte der künftige OFV-Trainer noch einen zusätzlichen zentralen Stürmer neben Fabian Herrmann verpflichtet, um taktisch flexibler agieren zu können. Daraus wurde jedoch nichts.

Dennoch findet Benjamin Pfahler an seinem künftigen Trainingsort eine Mannschaft vor, die wieder ein gehöriges Wörtchen um den Aufstieg mitreden dürfte. Dabei will er das attraktive Spiel seines Vorgängers fortsetzen und Fußball auf technisch hohem Niveau präsentieren. "Es war schwierig, einen adäquaten Trainer zu finden. Nach dem ersten Gespräch mit Benjamin Pfahler hatten wir das Gefühl, es passt", so Falk.

Der Aufstieg ist unter dem Neu-Trainer keineswegs Pflicht. "Vielmehr geht es darum, das Jugendkonzept des Vereins umzusetzen und den eingeschlagenen Weg fortzusetzen", sagt Pfahler, der mit dem OFV mittelfristig zurück in die Oberliga will. Dass er dafür der richtige Mann ist, dessen ist sich Heinz Falk ziemlich sicher: "Er ist auf dem neusten Stand und erreicht die jungen Spieler. Wir sind froh, ihn für uns gewonnen zu haben." Überstürzt soll beim OFV aber nichts werden.

(Quelle & Auszug: Badische Zeitung, Bild: BZ)