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Abwechslungsreiche Karriere

Für einen Amateurfußballer hat Samuel Geiler eine erstaunlich abwechslungsreiche und internationale Karriere hingelegt. Aktuell spielt er für den Offenburger FV…

Betzenberg, New Jersey, Säbener Straße – und dazwischen immer wieder der OFV: Für einen Amateurkicker im besten Fußballalter hat Samuel Geiler aus Elgersweier schon eine wirklich beachtliche internationale Karriere hingelegt. Und es wirkt fast so, als führe da jemand Regie, denn Geiler selbst hat diesen illustren Weg überhaupt nicht geplant. Im Gegenteil: Immer wieder ging ganz überraschend eine Tür auf. „Viele coole Erfahrungen waren das“, sagt der 1,79 Meter große Linksfuß immer dann, wenn er wie zurzeit in Offenburg ist und dort die linke Außenbahn im Karl-Heitz-Stadion und auf den anderen Plätzen der Fußball-Verbandsliga beackert.

Begonnen hat das mit Samuel Geiler und dem Fußball eigentlich stinknormal, wenn auch sehr früh. Schon mit vier Jahren gehörte er beim VfR Elgersweier den Bambini an. Was eindeutig der Fußballer-Familie geschuldet ist, die Samuel Geiler bereits in dritter Generation repräsentiert. Opa Franz Geiler war Libero beim FV Zell-Weierbach und in Elgersweier, Papa Uwe und Onkel Frank Geiler spielten zusammen in der „Ersten“ des VfR und Uwe Geiler trainierte den kleinen Samuel höchstpersönlich ab der D-Jugend. „Von ihm habe ich meinen linken Fuß“, sagt der Junior, „wobei er offensiver spielte und ich weiter hinten.“

Ab der U16 trug Samuel Geiler des Trikot des Offenburger FV. Während alle auffälligen Talente von dort quasi automatisch den Weg zum SC Freiburg nahmen, wurde Geiler bei einem Auswahlspiel Südbaden gegen Süd-West von einem Scout des 1. FC Kaiserslautern entdeckt. So genoss er am Betzenberg seine fußballerische Ausbildung. „Eine sehr gute“, wie übrigens sein aktueller OFV-Coach Florian Kneuker sagt. Als sich in Lautern die Frage stellte, wie es nach der Jugend weitergeht, kam die nächste Fügung im Leben des Samuel Geiler. Ein Trainer von einem US-College in New Jersey schaute zufällig bei einem Spiel zu und machte ein Angebot für ein Jahr in den USA. „Das kam aus heiterem Himmel“, erzählt Geiler, „aber das war nahe bei Manhattan und für einen jungen Menschen eine sehr coole Geschichte.“

Dort knüpfte Geiler – per Zufall – Kontakt zu einer Agentur, die Fußball-Turniere veranstaltet. Und dann kam eines Tages der Anruf, ob er den FC Bayern München im Sommer 2016 während dessen USA-Reise im Rahmen des International Champions Cups begleiten wolle. „Qualifiziert dafür war ich eigentlich nicht“, sagt Geiler, „aber ich glaube, ich hab’s ganz gut hingekriegt.“

Organisation, Transport – solche Dinge waren sein Job. Und er machte es so gut, dass er von Mai bis November 2019 ein Praktikum in der Sponsoring-Abteilung des FC Bayern bekam, das ideal in seinen Studiengang BWL Business Management passte, das Geiler an einer privaten Hochschule in Karlsruhe absolviert. Fußballerisch blockierte ihn ein Kreuzbandriss, den er in der Rückrunde der Saison 2016/17 beim Offenburger FV erlitt. Geiler ließ sich nicht operieren. „Zum Glück“, sagt er, „denn es ist alles prima verheilt.“

Wie es jetzt weitergeht, weiß er wieder mal nicht. Das Studium neigt sich mit der Bachelor-Arbeit dem Ende entgegen, der Fußball ist auf unabsehbare Zeit vollkommen lahmgelegt. Geiler hat Konditionsrückstand wegen des Praktikums und beim OFV noch nicht verlängert, weil er sich offenhalten will, falls es ihn beruflich in naher Zukunft irgendwohin verschlägt. "Was jetzt kommt, weiß nur der liebe Gott“, sagt Samuel Geiler, in dessen Leben bisher immer wieder überraschend eine Tür aufging. Und in Zeiten des Coronavirus bekommt diese Einschätzung eine nachhaltige Bedeutung.

(Quelle: Mittelbadische Presse, Bild: P. Heck)

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